Ricarda's Needlework

Wollschaf 05/2012

Posted in knitting, wollschaf by ricardaknits on 2012/01/31

Wie leicht oder schwer fällt es Euch, beim Stricken früh erlernte schlechte (An-)Gewohnheiten abzulegen?

Vielen Dank an Martine für die heutige Wollschaf-Frage!

Puh, also “schlechte” Angewohnheiten? Gibt es wirklich schlechte Angewohnheiten beim Stricken? Das glaube ich nämlich nicht, oder ich habe keine. ;) In meinen Augen gibt es beim Stricken verschiedene Methoden, von denen es einige der Strickenden leichter machen als andere. Sobald sich eine Methode – sei es Fadenhaltung oder Abketten oder Zunehmen etc. oder Nadelführung – als leichter und praktikabler erweist, kann ich relativ rasch umschalten und das Gewohnte auch entsprechend ablegen. Wenn sich das Neue als weniger praktikabel erweist als das Alte, dann bleibe ich beim Alten.

Meine Fadenhaltung unterscheidet sich ein wenig von der Fadenhaltung der meisten meiner SchülerInnen. So wickle ich den Faden im Uhrzeigersinn um den Zeigefinger der linken Hand und nicht entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn. Das bedeutet aber, dass ich beim Linksstricken mit dem Zeigefinger eine größere Bewegung vollziehen muss, um den Faden vor die Nadel zu bekommen. Beim Rechtsstricken besteht jedoch nie die Gefahr, dass mir das Garn vor die Nadel rutscht. Vermutlich wird diese Fadenhaltung von vielen StrickerInnen als falsch angesehen werden oder als schlechte Angewohnheit. Sie ist für mich jedoch praktisch und einfacher.

Womit ich mich allerdings schwer “tu”, mit dem English Style, den Arbeitsfaden über den rechte Zeigefinger zu führen. Ab und an versuche ich mich in dieser Art zu stricken, vor allem wenn es lange und breite Strickstücke sind und die linke Hand nach einiger Zeit zu ermüden droht, kann sie ein wenig Kraft auftanken, wenn die rechte Hand den Faden führt.

Das einzige, was mir nach einigem Überlegen als schlechte Angewohnheit einfällt: Knoten! Fäden haben ich früher immer verknoten und mich dann geärgert, wenn sie auf die Vorderseite gerutscht sind oder gar aufgingen. Auf die Idee, den Fadenübergang an den Rand zu legen und ein wenig Garnverlust in Kauf zu nehmen, kam ich nicht. Der Russian Join war wie das “Ei des Kolumbus” eine simple Lösung für ein großes Problem. Auf jeden Fall wäre das die einzige “schlechte” Angewohnheit, die mir einfällt. Und ja, diese habe ich rasch abgelegt, nachdem ich einfache Lösungen dafür gelernt habe.

LG Ricarda.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.